Aktionstage Miteinanders

_ Themen + Historie

1999 haben wir mit der Woche des Down-­Syndroms begonnen. Damals war dies eine bundes­weite Initiative des Deutschen Down-Syndrom ­InfoCenters. Mittlerweile gibt es diese Woche nur noch in Hannover und heißt seit 2011 Aktionstage Mit­einanders. Diese Namensänderung war uns ein großes Anliegen. Denn unsere meist kostenfreien Veranstal­tungen sind offen für alle. Wir versuchen ein ausgewogenes Programm zu gestalten, das immer kulturelle, informative und auch gesellschaftliche Themen behandelt. Ein Themenschwerpunkt sind Vorträge zur ­Förderung von Kindern mit Handicap. Die Gestaltung dieser Veranstaltungsreihe wird von vielen getragen und alle Mitglieder sind herzlich dazu eingeladen ihre Ideen einzubringen und umzusetzen. Der Vorstand versucht die finanziellen Rahmenbedingungen zu schaffen, die für die Umsetzung der Ideen nötig sind.

Referenten vergangener Aktionstage

Aus ganz Deutschland haben wir Referenten eingeladen, die uns ihre Förderkonzepte ­erläutert haben. Dabei war vieles Neues und ­Spannendes, nicht alles für jeden, aber für jeden ­etwas.
Mehrere Male konnten wir Frau Prof. Dr. Etta Wilken, Ehrenmitglied unseres Vereins, zu ­einem Vortrag gewinnen. Ihre Forschung und ihre ­Erfahrungen zum Spracherwerb von Menschen mit Down-Syndrom sind etwas Besonderes.
Auch der Vortrag von Frau Gabriele Iven hat nachhaltige Wirkung gezeigt. Obwohl schon 2005 gehalten, fahren heute noch mehrere ­Familien regelmäßig in das Therapiezentrum im Schwarzwald.
Dr. med. Dirk Beckedorf berichtete über systemische Hörtherapie, Prof. Dr. André Zimpel über Mathematik für alle.
Frau Dr. phil., Dipl.-Päd. Andrea Fuchs referierte über frühkindlichen Spracherwerb und Frau Katrin Rabanus über das Lesenlernen. Torben Rieckmann hat das Handling mit der von ihm entwickelten Mathe-App „mathildr“ vorgestellt und vermittelt.
Die PEp-Praxis aus Mainz zeigte uns auf, wie Jugendliche im Berufsleben unterstützt werden können, und Cora Halder, Gründerin des ­Deutschen Down-Syndrom InfoCenters in Lauf, ­hat uns aufgezeigt, wie junge Menschen selbstbewusst ihren Platz in der Gesellschaft finden.

Info-Veranstaltungen

Auch Info-Veranstaltungen werden von unseren Mitgliedern immer wieder nachgefragt.
So haben wir mehrfach über das Behindertentestament informiert und empfehlen jeder ­Familie hier Vorsorge zu treffen.

Markt der Möglichkeiten

Der Markt der Möglichkeiten ist lange Jahre ein Highlight in unserer Woche gewesen, ein Forum für Kindergärten, Schulen und Werkstätten.
Da wir die Organisation aus unseren Reihen aber nicht mehr stemmen konnten, wird dieser seit 2018 vom Verein „Mittendrin“ als eigen­ständige Veranstaltung präsentiert.

_ Gestalterisches Konzept 

Einladungskarte 2014

Einladungskarte 2015

Einladungskarte 2016

Einladungskarte 2017

Einladungskarte 2018

Veranstaltungsflyer 2018

Plakat 2018

Mit unseren Plakaten, Flyern und Postkarten geben mittels freundlicher, offener, motivierender Bildsprache dem Verein ein Gesicht und informieren: Menschen mit Down Syndrom nehmen „ganz normal“ am Leben teil, haben Spaß, Freundschaften und Bedürfnisse.
Unterstützt werden wir von der Braun mit Braun Design-Agentur, Hannover.

_ Kulturprogramm

In unseren Aktionswochen bieten wir immer auch ein vielseitiges Kulturprogramm an. Wir versuchen dabei immer Kulturschaffenden mit Handicap eine Plattform zu bieten.
Zum einen sind dies unsere jährlichen Familiengottesdienste, die wir in immer anderen Gemeinden organisieren und in denen Menschen mit Handicap Musik machen, Lesungen halten und mitgestalten. Diese fanden unter anderem in der Marktkirche, im Expowal und der ­Markuskirche statt.
Wir haben Filme gezeigt. die Menschen mit Handicap im Mittelpunkt haben und die manchmal Kultstatus erreichten, wie „Verrückt nach Paris“ oder „Ziemlich beste Freunde“.
Und dann die großen Abende im Ballhof mit dem inklusiven Theater RambaZamba aus ­Berlin, der Fotoausstellung des Künstlers Bernhard Steuernthal und dem Auftritt von KompeTanz Bremen.
Unvergessen bleiben die Konzerte verschie­dener integrativer Musikgruppen wie Just Fun, Die Irren Typen und Ensemble auf dem Weg, um nur einige zu nennen.
Daraus ist dann die Veranstaltungsreihe HIS entstanden. Wurde HIS 2009 noch vom Down-Syndrom Hannover e. V. mitveranstaltet, ist dann der Verein InkluVision entstanden, der die weiteren Festivals organisiert.

Kunstausstellung

Im Chaos das Eigene – kunstvolles Event fürs Verstehen – Mit Kunst Emotionen wecken und Neues entdecken: Ein Highlight bei zwei Jahrzehnten Vereinsleben war 2012 die Vernissage „Im Chaos das Eigene“ mit mehr als 500 Besuchern. Ein Raum voller Besonderheiten und voll Alltäglichem, in einem kunterbunten und schwarz-­weißen Rahmen, in einer Kulisse voller Vielfalt – so gestaltete sich die bunte Ausstellungsfläche im Ballhof Eins. Bernhard Steuernthal präsentierte aussagekräftige Kunstwerke für das Little-­Extra-Event an der Leine. Der Maler fordert mit seinen Werken immer wieder auf, die Persönlich­keit herauszustellen, indem er herkömmliche Denkmuster sprengt. Ergänzt wurden die Werke von Steuernthal mit Fotografien der Berliner ­Fotografin Franziska Berentin. Ihre Bilder sind ehrlich und unverfälscht. Und zeigten bei der Vernissage und der anschließenden zweiwöchigen Ausstellung Familien aus Hannover – mit ­Menschen mit Down-Syndrom, wie sie wirklich sind, eben wie ganz durchschnittliche Familien.

Lesung

„Greta muss nicht hüpfen können, um auf einem Hüpfburgfest glücklich zu sein. Sie muss nichts werden, es reicht, wenn sie einfach ist.“
So schreibt Mareice Kaiser von ihrer mehrfach behinderten Tochter. Im Oktober 2017 liest die Autorin im Pavillon vor 80 Gästen aus ihrem Buch „Alles inklusive“. Eine Gebärdensprachdolmetscherin und ein Gebärdensprachdol­metscher übersetzen simultan. Die Lesung ist Teil unserer Aktionstage „Miteinanders“.
Viele Eltern von Kindern mit Behinderung sind im Publikum. Vieles von dem, was Mareice ­Kaiser aus ihrem Alltag berichtet, kennen wir: die Angst um das Leben des eigenen Kindes, den Stress mit der Krankenkasse, wenn es um die Finanzierung von Hilfsmitteln geht, den mühseligen Kampf um Inklusionsplätze in Krippe und Kindergarten und die wunderschönen Momente in der Familie, die einfach etwas anders ist, als man es sich vorher ausgemalt hatte.
Mareice Kaisers Tochter Greta starb über­raschend, kurz nachdem die Autorin ihr Buch beendet hatte. Im Nachwort beschreibt Mareice Kaiser, wie sie das Leben mit ihrer behinderten Tochter empfunden hat: „Jeder einzelne Tag mit Greta war ein Geschenk. Sie hat meinen Horizont erweitert, einfach weil sie da war. Sie hat meinen Blick geschärft, mir neue Perspektiven eröffnet. Vielleicht war das ihr größtes Talent: Sie konnte Menschen einfach sein lassen. So, wie sie sind. Niemand musste für sie etwas darstellen, ­etwas leisten, um gut zu sein. Einfach sein, das reichte ihr.“

Gruppen

_ Geschwistergruppe

Hier stehen die Geschwister im ­Vordergrund!
Gemeinsam erleben und erfahren, das man nicht alleine ist als Geschwisterkind von ­einem kranken oder behinderten Kind, darum geht es hier.
Einmal im Monat treffen sich Kinder und ­Jugendliche zwischen 6 und 14 Jahren und ­haben eine tolle Zeit zusammen. Es gibt immer wechselnde Angebote zu ­verschiedenen Themen (z. B. meine Gefühle; das Zusammenleben in meiner Familie). Es gibt auch Zeit zum Spielen und Basteln. Und ein lecker ­lecker ­Picknick!
Die Geschwisterkindergruppe wird vom ­Geschwisterkinder-Netzwerk angeboten.

Was: Geschwisterkinderarbeit
Seit: 2016
Wann: siehe unter Termine
Wo: Kinderladen Strolche

_ Spielenachmittag

Einmal im Monat treffen wir uns im Kinderhaus in der List. Unsere Kinder mit Down-Syndrom und Geschwisterkinder spielen gemeinsam und wir Eltern können uns in gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen austauschen. Das ist vor ­allem deshalb möglich, weil Taina uns seit fünf Jahren unterstützt und sich um unsere Kinder kümmert, sodass wir Mütter und Väter in Ruhe miteinander sprechen können. Der Spielenachmittag ist außerdem eine gute Anlaufstelle für neue Vereinsmitglieder mit ihren Babys mit Down-Syndrom.
Wann:Treffen an jedem ersten Donnerstag im Monat (außerhalb der Ferien)
Uhrzeit: 15.30 bis 18.00 Uhr
Wo: Kinderhaus, De-Haën-Platz 6

_ Jugendgruppe

Im Jahr 2012 haben sich ca. 8 Familien getroffen, um einen Jugendtreff zu initiieren. Die Idee ­entstand nach der Lektüre des Buches „Sind wir Jugend­liche oder haben wir das Down-Syndrom?“. Es ging darum den Jugend­lichen die Möglichkeit zu geben sich mit Gleichaltrigen zu treffen und auszutauschen.
Inzwischen sind auch die Kegelnachmittage sehr beliebt. Schnell war klar, dass dazu ein Träger gesucht werden sollte, der die Betreuung und Abrechnung mit den Krankenkassen etc. übernahm, damit die Eltern im Alltag die dringende Entlastung erhalten.
Seit 2013 gibt es diesen Jugendtreff und er wird seit dem Start von denselben beiden Betreuerinnen des Albert-Schweitzer-Werks begleitet.
Die Jugendlichen freuen sich immer sehr auf die einmal im Monat stattfindenden Treffen.

Wann: Treffen einmal im Monat, siehe unter Termine

weitere Aktivitäten

_ Wandern

Innovativ und inklusiv: In den Sommerferien ­initiiert der Down-Syndrom Hannover e. V. ­gemeinsam mit dem Verein Aktiv DabeiSein ­besondere Freizeiten in der national preis­gekrönten Grundschule für Inklusion, in der ­Otfried-Preußler-Schule, und der Freien ­Martinsschule in Laatzen. Was die Feriencamps so besonders macht?! Eltern können schon im Vorfeld der Planung entspannt sein und müssen sich nicht um einen eigenen Freizeitassistenten kümmern. Kreativ und unkompliziert – lautet das Motto zum Beispiel 2019. Spiele ohne ­Grenzen, Power-Parcours mit Lili & Claudius, Energie-HipHop, Umwelt-Entdeckerpfade, ­Photo-Pep, Culture-Play, pfiffige Kreativ­aktionen und jede Menge Spaß stehen auf der Agenda beim Prima-Klima-Camp für alle.
Die Kids erfahren: Jeder kann etwas zum Schutz des Klimas beitragen. Highlight ist die Session mit Greg Perrineau, Weltstar der 70er-Jahre-Kultband „Eruption“, der mit den Kids für den Klimaschutz trommeln will. ­Wetten, dass die muntere Gruppe für ihre ­abschließende Aufführung auch eine gigan­tische Kulisse finden wird …?!

Was: Feriencamp
Seit: 2018
Wann: siehe unter Termine
Wo: Freie Martinsschule, Otfried-Preußler-Schule

_ Tanzen Für Menschen mit Einschränkungen

Tanzschule Jegalla

Man muss das Leben tanzen.
Frei nach diesem Motto treffen wir uns in der Tanzschule Jegella. Hier erlernen wir mit Leiden­schaft, Enthusiasmus, Freude und Lebens­begeisterung die Standardtänze. Für uns ­Tänzer ist Tanzen mehr als einfach nur das ­Bewegen der Füße.

  • Tanzen ist Begeisterung
  • Tanzen ist Anstrengung
  • Tanzen ist Bewegung
  • Tanzen ist Sport
  • Tanzen ist Musikhören
  • Tanzen ist Denken
  • Tanzen ist Koordination
  • Tanzen ist Spaß

Gemeinsam bringen wir diese Eindrücke ­zusammen und werden immer voll aus der ­Reihe tanzen.
Der Kurs ist auf ­Initiative des Down-Syndrom Hannover e. V. ­entstanden.

Seit: 2015
Wo: Tanzschule Jegalla

Ballett – Inklusion bewegt

Tanzen ist das Schönste, was Füße tun können: Und Ballett stärkt Muskeln und Selbstvertrauen.
In der inklusiven Ballettgruppe von „tans“ wird alles geboten, verständliches Training und schwungvoller Unterricht mit Live-Piano-Untermalung.
Natalie Speer unterrichtet die inklusive Tanzgruppe, geht auf Körpergefühl und Aufnahmefähigkeit ein.

Wo: Tanz – Schule für Ballett und zeitgenössischen Tanz
Königsworther Strasse 2 (direkt am Königsworther Platz)
30167 Hannover
E-Mail: info@tanzakademie-speer.de
Telefon: 0511 – 262 48 74

Inklusives Ballett Aufführung im Pavillon Hannover

_ Stammtisch

Alle paar Wochen treffen wir Eltern uns abends in einer Kneipe oder einem Restaurant in ­Hannover, um uns in Ruhe – mal ganz ohne ­Kinder – auszutauschen. Das ist eigentlich ­immer ziemlich lustig und außerdem kulinarisch vielseitig: afghanisch, italienisch, afrikanisch, deutsch – wir futtern uns durch die ­Nationen und Kontinente. Manchmal sind wir auch nur zu zweit – wie im Juni 2016 im Masa, als unser Treffen genau auf ein Deutschland-Spiel während der EM fiel … Aber das spielt keine Rolle! Die Hauptsache ist: Wir sind nicht allein – andere Mütter und Väter sind in ähnlichen Situationen. Wir verstehen uns ­gegenseitig, das ist eine schöne Erfahrung. ­Außerdem helfen unsere Stammtischtreffen bei speziellen Fragen ganz konkret: durch Tipps anderer Familien.

Wann: 19.30 Uhr
wechselnde Wochentage
Wo: wechselnd

Termin und Ort werden vorab per E-Mail an alle Mitglieder bekannt gegeben und sind auch auf dieser Internetseite unter Termine zu finden

_ Picknick

Hier kann man was erleben, hier kannst Du Kind sein. Und Eltern können bei netten ­Gesprächen die Seele baumeln lassen. ­­Wir treffen uns zum gemeinsamen Essen, ­Spielen, Klönen und Relaxen. Die Kinder haben Spaß im Stroh, beim Treckerfahren und Ponyreiten. Malkreide und Kettcar ­gehören auch dazu und immer wieder ­Bal­lspiele aller Art.
Und mit dabei sind alle unsere Tiere. Wir streicheln Kälber und Kühe, füttern Hühner und ­hoffen auf Babykatzen zum Anfassen und seit diesem Jahr brütet auch ein Storchenpaar vor unserem Haus.
Das Buffet ist legendär, weil Vielfalt einfach überzeugt und so kommen alle jedes Jahr ­gerne wieder.

Wo: Familie Dröse, Bauernhof in Sehnde-Dolgen
Wann: siehe unter Termine

freizeiten

_ Feriencamp in Hannover + Laatzen

Innovativ und inklusiv: In den Sommerferien ­initiiert der Down-Syndrom Hannover e. V. ­gemeinsam mit dem Verein Aktiv DabeiSein ­besondere Freizeiten in der national preis­gekrönten Grundschule für Inklusion, in der ­Otfried-Preußler-Schule, und der Freien ­Martinsschule in Laatzen. Was die Feriencamps so besonders macht?! Eltern können schon im Vorfeld der Planung entspannt sein und müssen sich nicht um einen eigenen Freizeitassistenten kümmern. Kreativ und unkompliziert – lautet das Motto zum Beispiel 2019. Spiele ohne ­Grenzen, Power-Parcours mit Lili & Claudius, Energie-HipHop, Umwelt-Entdeckerpfade, ­Photo-Pep, Culture-Play, pfiffige Kreativ­aktionen und jede Menge Spaß stehen auf der Agenda beim Prima-Klima-Camp für alle.
Die Kids erfahren: Jeder kann etwas zum Schutz des Klimas beitragen. Highlight ist die Session mit Greg Perrineau, Weltstar der 70er-Jahre-Kultband „Eruption“, der mit den Kids für den Klimaschutz trommeln will. ­Wetten, dass die muntere Gruppe für ihre ­abschließende Aufführung auch eine gigan­tische Kulisse finden wird …?!

Was: Feriencamp
Seit: 2018
Wo: Freie Martinsschule, Otfried-Preußler-Schule

_ Familienfreizeit Mardorf

Am Steinhuder Meer gibt es eine schöne ­Jugendherberge direkt am Wasser. Dort treffen wir uns seit vielen Jahren für ein gemeinsames schönes Wochenende mit vielen Familien.
Fest zum Programm gehört das Fußballturnier: Kinder gegen Eltern – meistens gewinnen die Kinder! Außerdem gibt es verschiedene Ausflugs­angebote: Klettern im Seilgarten, mit dem Schiff zur Insel Wilhelmstein, Minigolf spielen … Abends gibt es dann noch Zeit zum Tanzen in der Disko. Und ganz klar steht eines im Vordergrund: gemeinsame Zeit zum Reden, Lachen und die kleine Pause vom Alltag genießen.

_ Familienfreizeit Otterndorf

Seit 2017 fahren wir zu Beginn der Sommerferien in das Zeltlager Otterndorf. Dort stehen uns große Zelte mit Holzboden und ein großes ­Versorgungszelt zur Verfügung. Wir können im Watt der Elbe bei Ebbe spazieren gehen, Lagerfeuer ­machen, werken, backen, Feuerwehr spielen, reiten, basteln, in die Disko gehen … das Leben in einer wunderschönen Umgebung ­genießen! ­Dabei steht der Austausch und das gemeinsame Erleben im Vordergrund.
Mit dabei ist eine tolle Kinderbetreuung. ; )

Engagement

_ Cafe Anna Blume

Seit Gründung des Cafés Anna Blume sind wir als Gesellschafter dort aktiv. Wir haben einen Anteil von 12 % des Stammkapitals.
Das Anna Blume ist das erste und bisher ­einzige inklusive Café in Hannover. Dort arbeiten Menschen mit und ohne Handicap nebeneinander, gleichberechtigt.
Wir unterstützen das Café, indem wir für Anna Blume werben, Veranstaltungen ankündigen und das Café als Veranstaltungsort nutzen.

Was: Gesellschafter bei der Anna Blume gGmbH
Seit: 2015
Wo: Café Anna Blume, Stadtfriedhof Stöcken, Stöckener Str. 68

_ Wir Wohnen Gemeinsam

Persönliches Engagement
Es begann alles 2012 mit einem Satz meines Sohnes Dario, der gerade 16 wurde: „Wenn ich 18 bin, ziehe ich aus.“ Ich war etwas traurig, als ich das hörte, aber gleichzeitig war es für mich ein toller Anstoß, um Brücken zu bauen.
Ich erinnerte mich sofort an meine Jugend, wie ich gerne in der Großfamilie mit Oma, Tante, Kusinen und einem behinderten Verwandten ­gelebt habe. Es war immer jemand da, um mich zu begrüßen, wenn ich aus der Schule kam.
Das ist es! Das war der Traum, der im Hinterkopf schlummerte. Ich wollte meinem Sohn und allen anderen diese Gemeinschaft anbieten, die sie vermissen oder vermisst haben.
Die Idee, eine große Familie zu bilden, mit Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen, mit verschiedenen Kulturen, in unterschiedlichem Alter, aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen und die mittendrin in der Gesellschaft ­wohnen. Ein buntes Babylon halt. Ist es nur ein Traum?
Dann tauchte die Realität auf und es ergaben sich Fragen über Fragen:

  • Wo findest Du Menschen, die über Inklusion nachdenken und sie unterstützen?
  • Wo findest Du ein Grundstück, das mitten in der Stadt liegt, bevorzugt Südstadt, und eine gute Infrastruktur hat?
  • Welcher Investor würde uns unterstützen?
  • Die Miete soll bezahlbar sein.

Es gab eine Veranstaltung zum Quartiertreffen in der Südstadt. Diese Idee wurde vorgestellt. Siehe da, es gab zwei junge und engagierte ­Familien, die eine Wohngemeinschaft suchten und diese Idee begrüßten. Durch Mundpropaganda wurde die Gruppe größer und wir gründeten einen Verein: „WirWohnenGemeinsam“.
Wir suchten Grundstücke, die die Stadt zur ­Verfügung stellte. Alles andere wäre zu teuer geworden. Nach langer Suche und vielen ­kurzen Nächten (zum Glück brauche ich wenig Schlaf) hatten wir ein Grundstück ins Auge ­gefasst.
Nach einigen Gesprächen mit den Behörden wurde das Grundstück so ausgeschrieben, dass einige Sozialwohnungen gebaut werden sollten und dass der Bauträger eine Wohngruppe in Betracht ziehen sollte. Nachdem klar war, ­welcher Bauträger den Zuschlag bekommen hatte, kontaktierte ich sofort den Geschäftsführer.
Manchmal muss man Glück haben, um zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein.
Der Geschäftsführer des Bauträgers war auf Anhieb von dem Konzept begeistert und sagte uns zu, dass wir als Wohngruppe dabei sind.
Er hat für uns die Pläne so geschmiedet, dass z. B. eine 5-köpfige Familie dort wohnen kann und dass auch rollstuhlgeeignete und barrierefreie Wohnungen vorhanden sind.
Das Konzept wurde immer weiter entwickelt und verfeinert. Leider gab es in diesem Zeitraum von 6,5 Jahren einige, die uns verlassen haben. Dennoch gab es immer Mitglieder, die das ­Projekt weiter mit mir vorangetrieben haben und die mich unterstützt haben. Ohne diese ­vielen Hände wäre das Projekt nicht realisiert worden.
Seit April 2019 wohnen 14 Wohneinheiten ­glücklich zusammen. Davon sind zwei Wohngemeinschaften mit 6 jungen Erwachsenen mit ­Handicap und zwei Einzel-Wohnungen mit Roll­stuhl­fahrern. In den anderen Wohnungen wohnen Familien mit kleineren und älteren Kindern, alleinerziehende Eltern, ältere Menschen, ­Einzelpersonen aus unterschiedlichen sozialen Verhältnissen nebeneinander.
Ich bin sehr dankbar, dass dieser „Traum“ in ­Erfüllung gegangen ist, und bin sehr glücklich, dass ich in dieser Zeit Menschen begegnet bin, die auch positiv an die Besonderheiten anderer denken.
Zum Brückenbauen gehören viele kleine und große Schritte.

Dipl.-Ing. Kocher Khanaqa-Redecker

Was: Wohnprojekt
Seit: 2019
Wo: Hannover